Der vorhandene Weg entlang dem zeitweise Wasser führenden Taunengraben wurde ab September 2008 zunächst auf einer Länge von rund 900 Metern drei Meter breit ausgebaut. Im Februar begannen die jetzt abgeschlossenen gestalterischen Arbeiten. Mit ihnen wurde die Landschaft ökologisch aufgewertet, die Infrastruktur für die Naherholung verbessert und es wurden geschichtliche Merkmale herausgearbeitet.
Da der Landschaftsraum im Süden Bad Homburgs durch intensive Landwirtschaft geprägt und vergleichsweise arm an natürlichen Strukturen wie Hecken und Feldgehölzen ist, wurden Wildobstbäume und andere Baumarten gepflanzt. Das Wäldchen am Kalbacher Weg wurde ausgelichtet und ein Wassergraben hindurchgeführt. An mehreren Stellen des „Taunengrundwegs“ entstanden kleine, mit Natursteinen aus dem Taunus gepflasterte Plätze. Sitzbänke laden ebenso zum Verweilen ein wie ein offener, mit einem Holzdach gedeckter Pavillon. Er ist mit einer Bank und einem Tisch mit Steinplatte ausgestattet.
Erholungssuchende befinden sich am Taunengraben auf historischem Boden. Die Lange Meile, eine römische Heerstraße, die von „Nida“ – der Hauptstadt der römischen „Stadtgemeinde der Taunenser“, dem heutigen Heddernheim – zur Saalburg führte, querte den Graben in diesem Bereich. An dieser Stelle ist nun eine Furt durch den Graben angedeutet und auf dem Weg der Schriftzug „Lange Meile“ angebracht. Auf einer Stele können die entsprechenden Informationen nachgelesen werden. Dazu gehört auch, dass in eben diesem Routen-Abschnitt im 12./ 13. Jahrhundert ein Fernhandelsweg verlief: Die „Alte Weinstraße“ (Wagenstraße) reichte von Mainz über Hofheim nach Friedberg.
Weiter östlich befanden sich eine römische Mühle und ein Gutshof, eine „villa rustica“. Diese historischen Elemente sollen in einem weiteren Schritt im kommenden Jahr gestalterisch nachempfunden werden. Gedacht ist an die Anlage eines imaginären Fischteiches – „piscina molas“ – mit entsprechender Geländemodellierung und Bepflanzung. An mehreren Stellen soll der Taunengraben verschwenkt werden, so dass sich das Wasser stauen und sich neue Biotope bilden können. Außerdem wird noch die eine oder andere Lücke der Regionalpark-Hauptroute geschlossen, deren Verlängerung dann bis Friedrichsdorf führt.
Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalpark Taunushang GmbH und Frankfurter Umweltdezernentin, Frau Dr. Manuela Rottmann begrüßte in ihrer Ansprache die Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalpark Ballungsraum RheinMain GmbH, Claudia Jäger. Sie schätzte sich glücklich über das gelungene Regionalparkprojekt und betonte, dass hier ein landschaftlich attraktiver Ort für die Naherholung hergestellt wurde. Die Aufsichtsratsvorsitzende und Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Offenbach Claudia Jäger freute sich einen weiteren Regionalparkabschnitt einweihen zu können und wies darauf hin, dass mit solchen Projekten beste Ergebnisse im Sinne einer Aufwertung der Landschaft und damit auch im Sinne des Regionalparks zu erreichen sind.
Die Kosten für den Bau des „Taunengrundwegs“ und seine Gestaltung beziffern sich auf etwas über 400.000 Euro. Sie werden – mit einem Zuschuss des Landes Hessen – von der Regionalpark Ballungsraum RheinMain gGmbH (Dachgesellschaft), der Regionalpark RheinMain Taunushang GmbH und der Stadt Bad Homburg v.d.Höhe getragen. Der Finanzierungsanteil der Stadt beläuft sich auf 133.000 Euro. Unterstützt wird das Projekt vor allem auch durch die Fraport AG. Die Kosten des nun anstehenden nächsten Bauabschnitts am Taunengraben werden rund 230.000 Euro betragen.
Die Hauptroute des Regionalparks RheinMain, deren Bestandteil der „Taunengrundweg“ ist, soll als Rundweg in weitem Bogen um Frankfurt durch alle Landschaftsräume der Region führen und die einzelnen Regionalpark-Routen miteinander verbinden. Zu ihnen gehören im Abschnitt „Taunushang“ die Landgräfliche Gartenlandschaft Bad Homburg, die Mühlenwanderwege in Oberursel und Oberstedten sowie der Römer- und der Keltenweg.
Regionalpark RheinMain
Mit dem Regionalpark RheinMain wird ein Netz von landschaftlich reizvollen Wegen und Anlagen geschaffen, die zu abwechslungsreichen Ausflügen in die Region einladen. Streuobstwiesen und Feuchtbiotope, Kunstwerke und historische Zeugnisse von prähistorischer Zeit bis hin zur Industriegeschichte, Gärten und Plätze, Alleen und Baumhaine, aber auch Aussichtspunkte und Spielangebote entlang der Routen geben immer wieder neue Einblicke in die Umgebung und wecken die Entdeckerfreude.
Der Regionalpark verbindet die Interessen von Landwirtschaft, Natur- und Denkmalschutz in erholsamer Umgebung. Vor über vierzehn Jahren entstand die Idee, den Regionalpark RheinMain zu entwickeln. Bis heute wurden in rund 50 Kommunen bereits mehr als 170 Teilprojekte realisiert und ausgeschilderte Regionalpark-Routen von über 250 Kilometer Länge geschaffen. Mit Blick in die Zukunft soll ein Netz von fast 1200 Kilometer Routenlänge entstehen.
09.10.2009
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