Aussichtspunkt und Erläuterungstafel direkt am Radweg
Karben: Direkt am Radweg zwischen Groß-Karben und Burg-Gräfenrode befindet sich seit Ende des letzten Jahres eine Aussichtsplattform zum Naturschutzgebiet Ludwigsquelle. Sie gewährleistet einen freien Blick in das Naturschutzgebiet. Eine Informationstafel erläutert die Notwendigkeit und das Ziel des ersten Naturschutzgebietes in der Wetterau. Die Idee zum Aussichtspunkt hatte Dr. Jürgen Becker, Vorsitzender des Naturschutzbundes in Karben. Die Kosten dafür übernahm die Obere Naturschutzbehörde des Landes Hessen. Planung und Umsetzung des Projektes oblag dem ehemalige Funktionsbeamten Naturschutz des Forstamtes Nidda, Josef Tiefenbach.
Nun weihte Josef Tiefenbach als eine seiner letzten Amtshandlungen den Aussichtspunkt ein. Mit dabei waren Bürgermeister Guido Rahn, Thomas Petsch (Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt), Dr. Jürgen Becker (Nabu), Helmut Heerde (ehrenamtlicher Schutzgebietsbetreuer des Nabu), Thomas Schwarz (stellv. Leiter der Unteren Naturschutzbehörde), Dieter Nölle (Naturschutzbeirat) und Frank-Uwe Pfuhl (Büro Landkonzept, Entwurf der Informationstafel). Alle Beteiligten, insbesondere Dr. Becker, dankten Tiefenbach für sein langjähriges Engagement für den Naturschutz in der Wetterau.
Mit der aus Holz errichteten Aussichtsplattform und Infotafel besteht nun die Möglichkeit sich über das NSG Ludwigshöhe intensiver zu informieren bzw. Ausschau in das bereits 1974 ausgewiesene Naturschutzgebiet zu halten. Die Kosten für die Plattform betragen 8.625 Euro und für die Informationstafel rund 1.000 Euro.
Bei der Eröffnung verwiesen Tiefenbach, Petsch und Rahn darauf, dass die Information und Einbindung der Bevölkerung über und in die Landschafts- und Naturschutzplanung außerordentlich wichtig ist. Mit derartigen Informations- und Erlebnispunkten werden Notwendigkeiten, Ziele und Gegebenheiten der Naturschutzgebiete erläutert. Gleichzeitig kann über die Aussichtsplattform die Schönheit und Vielfältigkeit der Natur erlebt werden. Dadurch wird die Akzeptanz des Naturschutzes, der auch im Interesse des Menschen ist, erhöht.
Die Lage des Aussichtpunktes direkt am Radweg wird für eine gute Inanspruchnahme sorgen und somit einen großen Kreis der Bevölkerung erschließen. Das Naturschutzgebiet Ludwigsquelle hat eine Größe von ca. 17 Hektar und ist mit seiner Ausweisung im Jahre 1974 damit die älteste Kernzone des Auenverbundes Wetterau. Des weiteren ist es Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes „Wetterau", das in diesen Teilabschnitt bis Nieder-Wöllstadt und Ilbenstadt reicht. Typisch für das Gebiet sind die Feuchtwiesen sowie Schilf- und Röhrichtbestände als Lebensraum für bestandsgefährdete Vogel-, Amphibien- und Pflanzenarten. Mit über 200 verschiedenen Pflanzenarten ist die Ludwigsquelle sehr artenreich und bietet zahlreichen Vogel- und Amphibienarten eine wertvolle Heimat.
Die Naturschutzgebiete stehen der freien Entfaltung der Pflanz- und Tierwelt zur Verfügung und sollen insbesondere für die Ansiedlung gefährdeter Arten ein Rückzugsraum sein. Der Erfolg der Naturschutzgebiete, insbesondere auch der Feuchtwiesen, ist nicht von der Hand zu weisen. Zahlreiche Vogel- und Pflanzenarten konnten sich in der Wetterau wieder verstärkt ansiedeln. Im Zentrum hierbei steht der Storch, der mittlerweile in der Wetterau wieder heimisch geworden ist.
Foto: Thomas Schwarz (stellv. Leiter der Unteren Naturschutzbehörde), Thomas Petsch (Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt), Helmut Heerde (ehrenamtlicher Schutzgebietsbetreuer des Nabu), Dr. Jürgen Becker (Nabu), Frank-Uwe Pfuhl (Büro Landkonzept), Josef Tiefenbach (Fortsamt Nidda) Bürgermeister Guido Rahn und Dieter Nölle (Naturschutzbeirat)
11.01.2012
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