Bad Homburg: Der Bad Homburger Magistrat hat sich dafür ausgesprochen, auf dem Waldfriedhof Baumgräber als neue Grabart möglich zu machen. Unter dem Namen „Wald des Lichts" wird der Friedhof um einen naturnahen, waldartigen Bereich erweitert, in dem keine Wege angelegt sind und der extensiv gepflegt wird. In dem rund 2.000 Quadratmeter großen Bereich sollen Urnen beigesetzt werden können. Die Lage der Grabstätte wird grundsätzlich in Absprache mit den Angehörigen bestimmt werden und frei in der Fläche zwischen den Bäumen oder nah an einem der rund 100 Bäume möglich sein. Die Urnen sollen aus leicht verrottbarem, biologisch abbaubarem Material bestehen.
Die Bestattungskultur ist stetig im Umbruch. Die Friedhofsverwaltung merkt derzeit zum Beispiel die Auswirkungen des wachsenden Anteils älterer Menschen, die steigende Mobilität der Gesellschaft und die geringeren finanziellen Mittel. „Ein Trend geht zur kostengünstigeren Urnenbeisetzung, ein anderer häufig geäußerter Wunsch ist der nach alternativen Bestattungsformen", berichtet Stadtrat Peter Vollrath-Kühne. Eine derzeit für viele attraktive Bestattungsform sind die so genannten Baumbestattungen. Diese Form soll künftig auf dem Waldfriedhof möglich sein. „Wir entsprechen damit dem Wunsch vieler Menschen, in der Natur begraben zu sein, ohne dass die Angehörigen verpflichtet sind, ein Grab pflegen zu müssen", so Vollrath-Kühne. Die Grabart stellt auch eine Alternative zu anonymen Bestattungen dar, eine namentliche Kennzeichnung ist vorgesehen.
Um einen würdigen Trauerbereich zu schaffen, soll im Baumgräberfeld ein zentraler Platz entstehen. Dort sind Ruhebänke und ein Kunstwerk vorgesehen. Die Skulptur soll stellvertretend für die sonst üblichen Grabdenkmäler für alle in dieser Abteilung zukünftig Bestatteten stehen.
Im Gespräch ist derzeit der Ankauf einer Skulptur von Hendrik Docken („Hendoc"), einem gebürtigen Bad Homburger Bildhauer, der sich mit seiner Holzkunst, insbesondere auch bereits auf Friedhöfen, einen Namen gemacht hat. Er hat im Auftrag der Stadt ein Konzept entwickelt, eine Skulptur in Form einer Flamme. Darauf geht auch der vorgeschlagene Name „Wald des Lichts" zurück. Die Skulptur soll die Möglichkeit bieten Schilder mit den Namen und Daten der dort Beigesetzten zu befestigen. Das Grabfeld könnte zum Frühjahr eingerichtet werden.
21.12.2011
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