Bad Homburg: Die Planer der Regionaltangente West (RTW) prüfen zurzeit zwei Varianten für den vorgesehenen Halt der Züge im Bad Homburger Bahnhof. Das teilte Oberbürgermeister Michael Korwisi im Magistrat im Zuge eines Berichts über den aktuellen Planungsstand mit.
Die bereits in der Öffentlichkeit vorgestellt Variante 1 sieht einen Halt der RTW auf dem sogenannten Fürstengleis vor, dem ungenutzten Gleis direkt neben dem Bahnhofsgebäude. Die Bezeichnung Fürstengleis leitet sich von der Tatsache ab, dass die Züge Kaiser Wilhelms II. hier früher in den Bahnhof eingefahren sind. Bei Variante 1 würde die RTW mit der ebenfalls in Planung befindlichen verlängerten Stadtbahnlinie U 2 „Kopf machen", sich also das Gleis teilen. Variante 2 sieht vor, die RTW auf Gleis 2 oder 3 beginnen zu lassen. Die RTW würde dann mit der Taunusbahn „Kopf machen".
Die voraussichtlichen Kosten sprechen für Variante 2. Die für einen Betrieb des Fürstengleises benötigten Anlagen wie zum Beispiel Weichen sind nicht mehr vorhanden. Der Bahnkörper müsste wieder hergestellt werden. Die Planer prüfen deshalb, ob ein reibungsloser Betrieb von RTW, S-Bahn und Taunusbahn bei Variante 2 möglich ist. Vom Ergebnis dieser Prüfung hängt die Wahl der Variante für den Bad Homburger Bahnhof ab.
Die Regionaltangente West soll in einigen Jahren Bad Homburg unter Umfahrung des Frankfurter Hauptbahnhofs direkt mit dem Flughafen Frankfurt RheinMain verbinden und weiter nach Neu-Isenburg sowie Dreieich führen. Die Züge werden mit Haltepunkten in Eschborn durch den Main-Taunus-Kreis fahren. Die Planung der RTW war nach einer europaweiten Ausschreibung an ein Konsortium aus den Firmen Schüßler Plan Ingenieurgesellschaft, BGS Grontmij GmbH und DB International GmbH vergeben worden.
Die Planer überprüfen in einem ersten Schritt die Realisierbarkeit. Die Züge sollen im Hochtaunuskreis auf vorhandenen Anlagen fahren. Hindernisse für die Planung sind in diesem Bereich bislang nicht erkennbar.
Die Stadt Bad Homburg hat sich seinerzeit mit dem Beitritt zur RTW Planungsgesellschaft mbH verpflichtet, für die Planung 186.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Inzwischen gibt es in der Gesellschaft auch erste Überlegungen zur Finanzierung des Baus.
„Die RTW ist für den Wirtschaftsstandort Bad Homburg und für den Öffentlichen Personennahverkehr von größter Bedeutung. Daher unterstützt die Stadt ihre Realisierung mit Nachdruck", so Oberbürgermeister Korwisi. Sollten die Planungen wie vorgesehen abgeschlossen werden, so ist nach heutigem Stand ein Baubeginn im Jahr 2014 denkbar. Die Betriebsaufnahme wäre dann im Jahr 2018 möglich.
08.09.2010
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