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Die Post - Viele Hände und moderne Fördertechnik

Die Post betreibt in Frankfurt ihr bundesweit größtes Briefverteilzentrum
Frankfurt:
Die Deutsche Post setzt vollends auf Automatisierung: Mit 4,5 Millionen Sendungen pro Tag und insgesamt 5000 Mitarbeitern ist das Frankfurter Briefzentrum das größte und technisch modernste Deutschlands. Die größten Kunden des Unternehmens sitzen in Bankentürmen und Unternehmen, private Briefe stellen nur noch einen geringen Anteil.

Die Post betreibt in Frankfurt ihr bundesweit größtes Briefverteilzentrum

Von Frankfurt führt der erste Weg jedes Briefes in die Gutleutstraße. Am Ende dieser Ausfallstraße steht das bundesweit größte Briefverteilzentrum der Deutschen Post. Es ist der Knotenpunkt für alle ein- und ausgehenden Sendungen. Ab 18 Uhr herrscht Hochbetrieb. Aus allen Ecken Frankfurts und der Umgebung fahren die Transporter vor; beladen mit der Fracht aus 1400 Briefkästen. Am nächsten Tag muss der größte Teil, 80 Prozent, beim Empfänger angekommen sein. So sei es gesetzlich vorgeschrieben, erläutert Simon Hibinger, der Leiter des Briefzentrums. Möglich machen das viele Hände und moderne Fördertechnik.

Der Betrieb läuft rund um die Uhr

In gelben Plastikwannen rollen die Briefe über Fließbänder zur Verteilung. 35 Frauen ordnen sie nach Format vor, bevor sie auf die Reise über die kilometerlang erscheinenden Bänder der automatischen Sortieranlagen gehen. In Frankfurt hat die Deutsche Post DHL jüngst acht solcher Maschinen neu in Betrieb genommen. Sieben sind auf Standardbriefe ausgelegt, die achte macht die bisherige Handarbeit bei Großbriefen im DIN4-Format und dicken Umschlägen weitgehend überflüssig. Die Technik funktioniert computergesteuert: Die Maschine scannt die Anschrift, setzt den orangefarbenen Markierungscode mit Postleitzahl und Adresse und ordnet den Brief dem Bestimmungsort zu. Rund 38.000 Großbriefe, gut 26.0 00 mehr als früher, und rund 40.000 normale Briefe werden stündlich abgearbeitet, der Betrieb läuft rund um die Uhr. Mit 4,5 Millionen Sendungen pro Tag und insgesamt 5000 Mitarbeitern ist das Briefzentrum in der Mainmetropole das größte Deutschlands.

Klares Bekenntnis zum Standort Frankfurt

In die Sortieranlagen steckte die Deutsche Post DHL rund zehn Millionen Euro. "Die größte Investition seit dem Start unseres Frankfurter Briefzentrums im Jahre 1996 und damit ein klares Bekenntnis zum Standort Frankfurt", so der Konzern. Die Zentralität der Main-Metropole und die optimale Verkehrsanbindung zählt für die Logistiker. Als zusätzlichen Pluspunkt gilt das House of Mobility and Logistics, das die Mobilitäts- und Logistikkompetenzen der Region sichtbar machen will. Autobahnen und Flughafen fungieren als postalische Drehkreuze. Am Airport ist das Internationale Postzentrum angesiedelt, hinzu kommen ein Zentrum für Luft- und Seefracht sowie ein Hub für Expresspakete. "160 Lastwag en fahren jeden Abend vom Hof. Um 22 Uhr ist Deadline, damit Hamburg oder Berlin bis morgens erreicht werden", erläutert Simon Hibinger. Nur von Frankfurt aus können die Zeitvorgaben eingehalten werden. Die internationalen Sendungen müssen zum Flughafen, der nur einen Katzensprung entfernt liegt. Das neue Laufbandsystem befördert sie in einen speziellen Kasten - das Brieffach in die Welt trägt die Nummer 83.

Um 8 Uhr morgens starten die Briefträger

Die übrigen 82 Fächer sind den innerdeutschen Verteilstellen zugeordnet. Dort landen die Frankfurter Briefe ebenfalls in Sortiermaschinen, die den Code lesen und so einsortieren, dass der Postbote den schnellsten Weg zum Empfänger einschlagen kann. Nach dem gleichen Verfahren werden in der Gutleutstraße die eingehenden Briefe für die Frankfurter Adressaten fast unmittelbar in die Taschen der Zusteller gepackt. Morgens um 6 Uhr ist im Verteilerzentrum das Stoßgeschäft vorbei, gegen 8 Uhr gehen die ersten Briefträger auf die Straße, um 1,2 Millionen Haushalte zu versorgen.

Der Online-Brief überholt den Postboten

Die größten Kunden sitzen in den Bankentürmen und in den Unternehmen. Auf Geschäftspost entfällt der Löwenanteil der Frankfurter Briefe. "Reine Privatpost sind nur noch fünf Prozent", sagt Simon Hibinger. Insgesamt sinkt die Menge der Schriftstücke. Der kürzlich eingeführte Online-Brief soll den Trend stoppen: Empfängern, die diese elektronische Kommunikation nicht nutzen, trägt die Post solche Sendungen in klassischer Papierform ins Haus. "Ein online abgeschickter Brief wird von uns ausgedruckt, kuvertiert und über das Briefzentrum weitergeleitet. Das bringt uns neue Post", erläutert Hibinger. Versicherungen, Banken und Behörden hat er als potenzielle Absender von Online-Briefen i m Auge. Viele Bürger machen seit 2009 indirekt Bekanntschaft mit digitaler Post aus Frankfurt: Die Anträge auf Abwrackprämie kamen in der Gutleutstraße an, wurden geöffnet, eingescannt und den Sachbearbeitern beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im benachbarten Eschborn unmittelbar auf den PC-Bildschirm geschickt. Das ging schneller als der Postbote.
(Quelle: "Stadt Frankfurt am Main, Presse- und Informationsamt")

08.09.2010

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