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Wie konnte das im Theater passieren?

Podiumsdiskussion zieht Bilanz des Vortragszyklus „Verstummte Stimmen"
Frankfurt:
Am Dienstag, 8. Februar, ziehen die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion unter dem Titel 'Verstummte Stimmen. Die Täter, die Opfer, die Anpasser' Bilanz des im September gestarteten Vortragszyklus 'Verstummte Stimmen'. Die Diskussion beginnt um 19 Uhr im Chagallsaal der Städtischen Bühnen.

Dort sprechen der Theaterhistoriker und ehemalige Intendant des Frankfurter Schauspiels Günther Rühle, der Hamburger Historiker und Leiter der Wanderausstellung 'Verstummte Stimmen' Hannes Heer, der Frankfurter Dirigent und Musikwissenschaftler Joachim Carlos Martini und Claudia Becker, die Biographin der in Auschwitz ermordeten Altistin der Frankfurter Oper Magda Spiegel. Die Leitung hat der Chefdramaturg der Oper Frankfurt, Norbert Abels, inne.

Die Diskutanten bilanzieren die fünf Vorträge, die an die Vertreibung der 'Juden' und 'politisch Untragbaren' aus den hessischen Theatern in Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Gießen und Mainz erinnert haben. Im Zentrum der Debatte stehen drei Fragen: Wie konnte sich an den Sprech- und Musiktheatern, also im Zentrum der deutschen Hochkultur, in den 1920-er Jahren ein politisches Klima entwickeln, das den gewaltsamen Exodus von 1933 vorbereitete und ermöglichte?

Wie wurde diese Massenvertreibung in Gang gesetzt, von NSDAP-Dienststellen außerhalb oder mit Unterstützung aus den Theatern? Und wer waren die Täter und Helfershelfer - Bildungsbürger mit Parteiabzeichen oder Radau-Antisemiten aus der SA, das Publikum, das den Künstlern früher applaudiert hatte und die Ensemblemitglieder, die mit ihnen jahrelang auf der Bühne gestanden hatten?

Die Rekonstruktion des zeitgeschichtlichen Kontextes, die Fallstudien von sechs hessischen Theatern und die Biographien einz elner Täter und Opfer versprechen eine fundierte Debatte.

Der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist frei. (pia)

03.02.2011

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