Das Zertifikat gilt als weltweit gültige Dokumentation eines hohen Umwelt-
und Sozialstandards und dient auch als Nachweis für städtisches Engagement
im Umweltschutz. Daneben leistet es einen nicht unerheblichen Beitrag zum Schutz
natürlicher Ressourcen und bietet den Waldeigentümern verbesserte
Absatzmöglichkeiten auf dem Holzmarkt.
Mittlerweile hat die Stadt Bad Vilbel eine Zertifizierung nach dem FSC-Standard
vornehmen lassen. Der FSC (Forest Stewardship Council) wurde 1993 gegründet.
Die international gemeinnützige Organisation mit Sitz in Bonn stellt das
erste und einzige weltweit anerkannte Zertifizierungssystem für die Forst-
und Holzwirtschaft dar.
Zentrale Forderung der FSC-Standards ist die „nachhaltige Entwicklung“
für Wälder und die gleichwertige Berücksichtigung der sozialen,
ökologischen und ökonomischen Aspekte bei der Nutzung von Naturgütern.
Zur Kontrolle, ob die FSC-Prinzipien eingehalten werden, prüft der FSC
nicht selbst, sondern bevollmächtigt hierfür unabhängige Zertifizierungsorganisation.
„Die Stadt Bad Vilbel hat bereits im November 2004 einen Vertrag mit der
vom FSC akkreditierten Firma GFA Terra Systems GmbH abgeschlossen. Diese hat
mit erfahrenen und geschulten Mitarbeitern unseren Wald „unter die Lupe“
genommen. Ich freue mich, dass nun am 29. Juni die Urkunde im Rathaus eingegangen
ist, die unseren Stadtwald mit dem FSC-Gütesiegel auszeichnet,“ betonte
Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr in einer Stellungnahme.
Weiter betonte Stöhr: „Die GFA ist ein international tätiges
unabhängiges Consulting-Unternehmen aus Hamburg. Neben den geschulten Mitarbeitern
wurden auch – soweit möglich – regionale und lokal erfahrene,
unabhängige Fachkräfte in das Zertifizierungsteam eingebunden. Unsere
Zertifizierung hat eine 5-jährige Laufzeit. Es wurde uns von der GFA ein
günstiges Angebot gemacht. Die Kosten belaufen sich auf 1050 Euro pro Jahr.
Ab sofort kann das Holz aus dem Stadtwald mit dem FSC-Logo gekennzeichnet werden,
was auch zu besseren Vermarktungschancen führt.“
Der Bad Vilbeler Stadtwald hat eine Größe von ca. 178 Hektar. Der
Wald setzt sich aus 90 % Laubwald und 10 % Nadelwald zusammen. Zusammensetzung
des Laubwaldes: Buche, Eiche, Esche und sonstige Laubbäume. Beim Nadelbaumbestand
gibt es Fichte, Kiefer und sonstige Nadelbäume.
Die Waldbehandlung ist vorrangig auf die Erhaltung und Verbesserung der Erholungswirksamkeit
des Waldes ausgerichtet. Es sind dabei vor allem die Erwartungen der Waldbesucher
an eine erholungsreiche Waldgestaltung zu beachten. Der Stadtwald hat insbesondere
für folgende Schutzwirkungen eine herausragende Bedeutung:
Klimaschutz: Beeinflussung des gesamten Kleinklimas in Bad
Vilbel
Sicht- und Lärmschutz: 7 % der Waldfläche beeinflussen
Wohngebiete am Heilsberg positiv
Heilquellenschutz: Der gesamte Stadtwald liegt im „Heilquellenschutzgebiet“
Weiterhin soll der Wald einen dem Waldbiotop angepassten, gesunden Wildbestand
Lebensraum bieten.
Guter Wald ist weiterhin dadurch gekennzeichnet, dass er sich trotz Bewirtschaftung
möglichst nahe am Naturzustand befindet. Bewirtschaftung findet - soweit
möglich - mit der Natur und nicht gegen sie statt. Eingriffe zu Bewirtschaftung
reduzieren sich auf lenkende Maßnahmen, bei denen natürliche Prozesse
genutzt werden.
06.07.2005
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