Sozialverband VdK Hessen-Thüringen unterstützt Forderung des Hessischen Sozialministeriums
Frankfurt: Um für die Ausbildung zur Krankenpflegerin/zum Krankenpfleger oder zur Hebamme zugelassen zu werden, benötigt man in Deutschland bisher eine zehnjährige Schulbildung. Die EU-Kommission will die Eingangsbedingungen jetzt auf zwölf Jahre Schulausbildung oder ein erfolgreich absolviertes gleichwertiges Examen anheben. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hat am 19. Dezember 2011 eine Neufassung der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie vorgelegt, die ebendies beinhaltet.
Dieses Vorhaben lehnt der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen entschieden ab und unterstützt die Forderung des Hessischen Sozialministeriums. „Wir wollen auf gar keinen Fall eine Akademisierung des Pflegeberufs", sagt der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Udo Schlitt. „Es muss auch weiterhin möglich sein, mit einem mittleren Bildungsabschluss Zugang zu pflegerischen Berufen und zur Hebammenausbildung zu bekommen. Da stimme ich Sozialminister Grüttner zu."
Auch angesichts des zu erwartenden stark zunehmenden Pflegebedarfs würde es einen großen Fehler bedeuten, in Zukunft auf junge, motivierte Menschen zu verzichten, die in diesen wichtigen Berufen arbeiten möchten, so der VdK-Landesvorsitzende weiter. „Wir sollten da niemanden ausschließen, nur weil er oder sie ‚nur' einen Real- oder Hauptschulabschluss hat", betont Schlitt. „Für uns stehen hier Motivation, Engagement und der Wille, sich für die Mitmenschen zu engagieren, an erster Stelle - erst dann kommen die Schulnoten und der Abschluss."
Anstatt Hürden aufzubauen, sollten also die Rahmenbedingungen für die Pflegeberufe deutlich attraktiver gestaltet werden. „Die Weichen für die Pflege in der Zukunft müssen jetzt gestellt werden", sagt Schlitt. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und des daraus resultierenden Pflegebedarfs sei es dringend notwendig, Maßnahmen einzuleiten, um einen Fachkräftemangel in der Pflege vorzubeugen. „Wir wollen den Pflegeberuf attraktiver machen, nicht unattraktiver", fordert Schlitt.
Nach Ansicht des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen ist dafür ein Bündel von Maßnahmen erforderlich, das eine der verantwortungsvollen Tätigkeit angemessene Bezahlung, akzeptable Arbeitsmodelle, eine am Pflegebedarf orientierte Personalausstattung, Karriere- und Qualifizierungschancen umfasst.
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| Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e.V. |
21.12.2011
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