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Grüne: Windkraftanlagen in der Wetterau „machen Sinn"

Karben: Die Grünen der Ortsverbände von Bad Vilbel und Karben informierten sich in der ersten Novemberwoche vor Ort über die Technik und die Leistungsfähigkeit der Windkraftanlagen in Kloppenheim. Dabei stand auch die Standortfrage des Windparks zur Diskussion. Dessen Nutzen wird von Windkraftgegnern in der Wetterau noch häufig bestritten. Nicht zuletzt auch mit den Argu-menten der „Landschaftsverschandelung" und der störenden Begleiterscheinungen wie Schlagschat-ten und Windgeräuschen.

Gruppenbild: Tina Rodriguez, Karola Götz, Kathrin Anders, Ulrich Rabl, Arie Bakker, Alfons Bachmann,

Für Arie Bakker, Diplomkaufmann und Geschäftsführer der „Energiepark Kloppenheim GmbH & Co KG" mit Firmensitz in Lich, keine „besonders tragfähigen Argumente" mehr. Von den Kloppenheimer Windkraftanlagen gingen „keine Emissionen" aus, wie sie von Kritikern angeführt würden, betont Bakker. Gegenüber dem veränderten Landschaftsbild stellt er die Hochspannungstrassen heraus, an deren  landschaftlichen Erscheinungsbildern sich seit Generationen die Menschen gewöhnt haben. Bakker: „Die Stromriesen setzen ihre Trassen und Kraftwerke in die Landschaft, wie sie es haben wollen, nur wir müssen uns an strenge Vorschriften halten."

Und Vorschriften seien auch aus naturschutzrechtlichen Gründen zu beachten, führt der gebürtige Niederländer aus Alkmar aus. Insbesondere gelte dem Vogelschutz „jede Aufmerksamkeit", doch aus den bisher vorliegenden Erfahrungen sei zu schließen, dass diese Probleme weit geringer seien, als in der Öffentlichkeit diskutiert werde. Die Propeller eines Flugzeuges seien gefährlicher für Vogelschwärme, unterstreicht Bakker, als ein für Vögel sichtbar drehender Rotor einer Windkraftanlage. „Die Vögel lernen die Gefahr optisch zu erkennen", sagt er, „im Gegensatz bei Hochspan-nungsmasten, wenn diese als Nistplätze von Störchen und Greifvögeln aufgesucht und durch Stromschlag getötet werden."

Rund 5,5 Millionen Euro haben die beiden neuen Windkraftanlagen in Kloppenheim gekostet. Der produzierte Strom wird in das Netz der OVAG eingespeist. Nach zwölf Jahren sei die Anlage amortisiert, hebt Alfons Bachmann hervor, gebürtiger Kloppenheimer und Kommanditist der Gesellschaft. Die jeweils 150 Meter hohen Anlagen - einschließlich der Rotoren von 90 Metern Durchmesser - haben eine Leistung von jeweils 2,0 Megawatt und können zusammen etwa 1000 Wetter-auer Haushalte im Jahr mit Strom versorgen. Ab einer Windgeschwindigkeit von drei Metern in der Sekunde gehen die Anlagen im Betrieb, und ab sechs Metern pro Sekunde ist die Windernte optimal. Mehr als 2.200 Stunden im Jahr werden die Anlagen in Kloppenheim in Volllast betrieben.

Das sind für Bachmann „alles sehr gute Werte  für den Standort Kloppenheim." Als Kind habe er ganz in der Nähe der Anlagen auf einem Hof gelebt, „dort gab es immer Wind", erläutert er und zeigt sich mit den Anlagen „sehr zufrieden." Sie seien in der Ausbeute mit Anlagen im Vogelsberg vergleichbar. Für den Vilbeler Grünen und Stadtverordneten Ulrich Rabl ein Beweis dafür, dass „die Märchen von der windarmen Wetterau endgültig widerlegt sind." Um die Akzeptanz zu erhöhen sei es wichtig, so Rabl, die Bürgerinnen und Bürger finanziell an den Anlagen zu beteiligen. Die Grundstückseigentümer erhalten für die Betriebszeit einer Windkraftanlage von 20 bis 30 Jahren eine jährliche Pacht und profitieren auf diese Weise von der Energiewende.

Auch Städte und Gemeinden könnten sich über Gewerbesteuereinnahmen freuen. Einig waren sich die beiden Grünen Ortsverbände auch über die Unterstützung für die auf Karbener Gemarkung geplanten weiteren Windkraftanlagen. „Die Städte Bad Vilbel und Karben  können dabei zusam-menarbeiten und gemeinsam die Energiewende in der südlichen Wetterau voranbringen und gestalten", sagte der Karbener Grünen-Sprecher und Fraktionsvorsitzende Mario Schäfer. Tina Rodriguez, Stadträtin für Klimaschutz und Grüne in Karben, sieht in der Nutzung der Windenergie „ein lohnendes Geschäft für die Wetterau." Sie plädiert ebenfalls wie Rabl und Schäfer für eine vermehrte kommunale Nutzung der Windkraft zur regionalen Energieversorgung.

Dieses lohnende Geschäft sehen auch Bakker und Bachmann. Die Windkraftbetreiber in Kloppenheim betonen, dass sie keine Konkurrenz gegenüber Kommunen oder anderen Gesellschaftern und Initiativen sein wollen. „Wir arbeiten gerne mit den Kommunen zusammen, auch mit Initiativen", sagt Bakker. Seit 1997 sei man im Geschäft mit der Windernergie. Gegenwärtig begleite  man zwei erfolgreiche Projekte in Ungarn und in Bosnien. Von den in Kloppenheim installierten Winkraftanlagen allein vom Typ Vestas 90 seien weltweit rund 41.000 Anlagen in Betrieb. Ein deutlicher Beweis für den enormen energiewirtschaftlichen Nutzen der Windkraft-Technologie und deren Wachstum. Nicht zuletzt bei der Schaffung von Arbeitsplätzen. Auch in der heimischen Wetterau werde die Windkraft künftig eine größere kommunale Bedeutung als bisher erhalten.



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SPD Bad Vilbel
SPD Karben


09.11.2011

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