Frankfurter Karikaturenmuseum zeigt Ausstellung über Jean-Marc Reiser
Frankfurt: Am 13. April würde der französische Satiriker und Zeichner Jean-Marc Reiser seinen siebzigsten Geburtstag feiern. Das Frankfurter Karikaturenmuseum widmet dem vor knapp dreißig Jahren gestorbenen Künstler die erste große Schau seiner - in Deutschland einst sehr umstrittenen - Werke weltweit. Die Feministin Alice Schwarzer, Reisers Freundin aus Pariser Zeiten, eröffnet sie.
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Titellogo zu „Vive Reiser" |
Nein, nicht in Paris hängt sein Gesamtwerk. Natürlich nicht im Louvre, mon Dieu! Und nur mit Warnhinweisen gekennzeichnet einzelne Blätter im Centre Pompidou. Jean-Marc Reiser, auf seine eigene Art französischer Nationalzeichner, hat seine größten Fans in Frankfurt.
Zum siebzigsten Geburtstag schenkt ausgerechnet das feine Karikaturenmuseum dem 1983 Gestorbenen eine Werkschau - die allererste der Welt mit 240 zum Teil noch unveröffentlichten Werken. Dass es damit dem stolzen Paris ein kulturpolitisches Schnippchen schlägt, hätte den zeichnenden Provokateur sicherlich amüsiert.
„Er provoziert noch immer, auch wenn er schon knapp dreißig Jahre tot ist", sagt Bernd Fritz, Reisers deutscher Entdeck er und Kurator der Schau. „Man stelle sich vor: Loriot wird 70, und die einzige Ausstellung wäre in Frankreich."
Drastik als Hauptstilmittel
In ihrer nationalen Bedeutung sind Loriot und Jean-Marc Reiser durchaus vergleichbar, selbstverständlich mit einer völlig unterschiedlichen Vorstellung von Humor. „Reisers Hauptstilmittel ist die Drastik."
Frauen sind bei ihm laut und hysterisch, Männer unrasiert und verfressen, beide zügellos in ihren Lüsten und Begierden - und niemand ist je eindeutig Opfer oder Täter. Am ehesten reicht das Werk des Frankfurters F.K. Waechter an ihn heran, der Reiser für einen der besten hielt, den die Welt der Komischen hervorgebracht hat.
11.02.2011
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