Munch-Ausstellung in der Schirn beginnt am 9. Februar - Karten vorab bestellbar
Frankfurt: Die Schirn Kunsthalle zeigt vom 9. Februar bis 13. Mai „Edvard Munch. Der moderne Blick". Es ist die erste große Munch-Ausstellung im deutschsprachigen Raum seit 15 Jahren. Munch (1863-1944), der heute für seine ausdrucksstarke symbolistische Malerei gefeiert wird, gilt als Bahnbrecher des Expressionismus.
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Selbstporträt (Edvard Munch) Gang Haus am Strom |
Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou in Paris entstanden, wo sie zurzeit mit über 300.000 Besuchern alle Besucherrekorde bricht. Im Vordergrund der Schau steht das bislang wenig erforschte Spätwerk des Künstlers bis 1944.
Viele der über 140 Werke sind erstmals in Deutschland zu sehen. Gezeigt werden in elf Räumen rund 60 Gemälde und 20 Arbeiten auf Papier, ferner 50 Fotografien in Originalabzügen sowie vier Filme Munchs. Im Zentrum wird Munchs Auseinandersetzung mit modernen Aufnahmetechniken wie Fotografie und Film oder der intimen Theaterbühne stehen. Die Werke lassen erkennen, in welchem Maß er spezifisch fotografische oder filmische Kompositions- und Erzählformen, Posen und selbst Effekte in seine Malerei übernimmt. Weiterhin wird gezeigt, wie der Künstler ein und dasselbe Sujet in Zeichnungen, in der Fotografie, der Malerei, der Grafik und sogar der Bildhauerei verarbeitet hat.
Edvard Munch wurde 1863 in Løten in der norwegischen Provinz Hedmark geboren. Seine Mutter starb mit 33 Jahren an Tuberkulose, als Munch fünf Jahre alt war; 1877 wurde seine ältere Schwester Sophie Opfer der Schwindsucht. Tod und Krankheit begleiteten die Familie zeit seines Lebens und sollten Munchs Werk ebenso maßgeblich prägen wie seine chronische manisch-depressive Störung. Auf Wunsch des Vaters begann Munch 1879 ein Ingenieurstudium an einer Technischen Schule in Kristiania, dem heutigen Oslo, ein Jahr später wurde er an die Königliche Zeichenschule zugelassen. Mehrere Aufenthalte in Paris führten ab 1885 zu Munchs Bruch mit dem impressionistischen Stil.
Nach dem Tod seines Vater 1889 und einer tiefen Depression entwickelte Munch in einer Art expressivem Symbolismus Metaphern und Bildformeln für innere Erlebnisse und wurde zum Wegbereiter des Expressionismus. Munchs zunehmender künstlerischer Erfolg zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging mit ruhelosen Aufenthalten in Paris und Berlin einher und wurde zunehmend von Alkoholproblemen und psychischen Konflikten begleitet. Nach einem Nervenzusammenbruch und einer mehrmonatigen Behandlung im Spätsommer 1908 ließ sich Munch wieder fest in Norwegen nieder. 1916 erwarb Munch das Anwesen Ekely in der Nähe von Kristiania, wo er bis zu seinem Tod am 23. Januar 1944 zurückgezogen lebte.
Im Gegensatz zu der gängigen Einschätzung, die Munch im letzten Lebensdrittel als gequälten und isolierten Menschen sieht, zeigt die Ausstellung den Künstler auf der Höhe der ästhetischen Debatten seiner Zeit und demonstriert, dass er sich in seinem Schaffen beständig im Dialog mit den neuesten Darstellungsformen befand. Eine reiche Auswahl wichtiger Gemälde und Arbeiten auf Papier illustriert, wie Munchs Kinobesuche, die Lektüre von Illustrierten und sein naturwissenschaftliches Interesse ebenso Einfluss auf seine malerische Praxis hatten wie seine eigenen Experimente mit Fotografie und Film. Ebenso führten seine Bühnenbilder für das moderne Theater zu einer neuen räumlichen Beziehung zwischen Betrachter und Bildmotiv.
Weitere Markenzeichen des „späten" Munch sind die zahlreichen Wiederholungen von Sujets und die häufig damit verbundene Reduzierung auf eine prägnante Ausdrucksform. Edvard Munch war ganz und gar modern - so die These der Ausstellung.
Wer sich schon jetzt Tickets für die Ausstellung sichern und Warteschlangen vermeiden möchte, kann dies im Internet unter www.munch-in-frankfurt.de tun.
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| Schirn Kunsthalle Frankfurt |
09.01.2012
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