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Innenansichten: Senckenberg öffnet seine Archive und zeigt Präparate der anatomischen Sammlungen

Sonderausstellung „Sammlungswelten - Anatomie im Glas"
Frankfurt:
Dinosaurierskelette, Anakonda, Mineralien und bunte Vogelpräparate - nur einen Bruchteil der Schätze, die das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main sammelt und bewahrt, ist für den Museumsbesucher sichtbar ausgestellt. In den wissenschaftlichen Abteilungen des Forschungsinstitutes lagern noch Millionen verborgener Kostbarkeiten. Mit der neuen Sonderausstellung „Sammlungswelten - Anatomie im Glas" öffnet Senckenberg die Archive seiner Anatomie- und Gewebekunde-Sammlungen.

Besucher können erstmals einen Blick auf Präparate werfen, die bisher der Forschung vorbehalten und für Generationen von Studierenden und Wissenschaftlern Grundlage zum Verständnis des Aufbaues von Organismen waren.

Ob Innenleben von Pinguin, Krokodil oder Giraffe: Gezeigt werden rund 300 meisterhaft präparierte Stücke des gesamten Tierreichs, darunter auch von ausgestorbenen Arten. Tiere, Teile von ihnen oder Gewebeproben: Konserviert in Gläsern mit Formalin werden die Präparate nicht nur vor dem Zerfall bewahrt, sondern auch der filigrane Feinbau der Gewebe bleibt erhalten. Senckenbergs Sammlungen der Anatomie, Embryologie (Entwicklungslehre) und Histologie (Gewebekunde) gehen buchstäblich in die Tiefe und erlauben Einblicke in die Konstruktion von Organismen. So lässt sich verstehen, wie das Zusammenspiel von Organen und Organsystemen, der Bewegungsapparat oder Gewebestrukturen funktionieren. Wie groß ist das Herz eines Elefanten? Und wie sieht die Zunge eines Pinguins aus?

Ein Vergleich der Präparate zeigt auch, welche baulichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede es im vielfältigen Reich der Arten gibt und wie sich der Bauplan der Lebewesen im Laufe der Evolution verändert hat. „Die teilweise über 100 Jahre alten Präparate sind somit eine wichtige Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse" erklärt Senckenberg Sammlungsmanager Andreas Allspach. „Einige spektakuläre Stücke können wir erstmals in der Ausstellung zeigen, zum Beispiel das Muskelgewebe eines Mammuts, das im Permafrost erhalten blieb." Mit Hilfe der Sammlungen kann beispielsweise auch der Verlust der genetischen Vielfalt der Arten ermittelt werden, indem historische Präparate mit heutigen Populationen verglichen werden.

Die Ausstellung ist der Abschluss eines von der Kulturstiftung des Bundes und Kulturstiftung der Länder geförderten Programmes zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut (KUR). Das Bewahren ist neben dem Sammeln und Vermitteln eine der drei wichtigsten Aufgaben des Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Mit Hilfe des KUR-Projektes gelang es bereits mehrere tausend herausragende Präparate vor dem Verfall zu bewahren. Viele davon stammen aus dem späten 19. Jahrhundert. Nicht wenige davon sind unersetzlich, da die Arten bedroht oder ausgestorben sind. Gerade deshalb ist die Sammlung für wissenschaftliche Fragestellungen sehr wertvoll. Eingebettet in frische Fixier- und Aufbewahrungsflüssigkeit und gereinigte Gefäße sowie mit neuen Etiketten und aktuellem Nummerierungssystem versehen, ist eine Auswahl der beeindruckenden Präparate nun auch für Besucher im Senckenberg Naturmuseum zu sehen.

Mit der Sonderausstellung „Sammlungswelten - Anatomie im Glas" unternimmt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vor dem geplanten Umbau des Senckenberg Naturmuseums einen weiteren Schritt, um ihre Archive für Besucher zu öffnen. Insgesamt über 37 Millionen präparierte Pflanzen, Tiere und Gesteine archiviert und pflegt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Durch die Erweiterung und den Umbau des Museums sowie des Forschungsinstitutes sollen die Sammlungen ein neues Zuhause erhalten, in dem sie auch künftig nach neuesten wissenschaftlich-technischen Kenntnissen für zukünftige Generationen bewahrt werden.

Der Besuch der Sonderausstellung ist kostenfrei, es wird nur der Museumseintritt erhoben.



Link
Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft


24.10.2011

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