VilBelMonte-Reihe schließt mit gut besuchtem Konzert
Bad Vibel: Bei bestem Sommerwetter am Samstagabend warteten die Besucher geduldig, um Eintrittskarten für das Flötenspektakel zu erwerben. Die Flötengruppe besteht aus acht Musikerinnen, die meisten von ihnen sind Musikpädagoginnen und manche sind Ensemblemitglieder bekannter Orchester. Während der Darbietungen wurden nicht nur Kostüme gewechselt, sondern auch die Instrumente wurden munter durchgetauscht.
Zum Einsatz kamen neben der Alt-Querflöte auch Piccoli und Bassflöten, die nicht nur tubagleich gespielt wurden, sondern auch eigene tragende Melodierollen (Pink Panther Theme, Mancini) zugewiesen bekamen. Eine keltische Harfe und ein Perkussionsinstrument, das Wasserrauschen imitierte, kamen ebenfalls zum Einsatz.
Den Auftakt des Konzertes bildete die „Ankunft der Königin von Saba" aus Händels Oratorium „Salomo". Danach wurden die Besucher in die Welt der Nymphen und Elfen entführt, mit Edvard Griegs „Morgenstimmung" und „In der Halle des Bergkönigs" aus der Suite Peer Gynt. Die zauber- und märchenhaften Melodien Griegs in dem mehrstimmigen Arrangement von Gabi Fellner und Stefanie Bieber, die zum Ensemble gehören, machten es dem Zuhörer leicht, sich die Fabelwesen in ihren federleichten und grazilen Bewegungen vorzustellen - wenngleich man sich den in der Dynamik ansteigenden Melodiebogen zuweilen intensiver gewünscht hätte. Mit dem Scherzo von Felix Mendelssohn-Bartholdy aus „Ein Sommernachtstraum" verlagerte sich das feenhafte Geschehen nach Großbritannien.
Mit zeitgenössischer Musik Will Offermans „Itsuki-no-komori-uta" und Dirko Juchem „Double Wind" endete der erste Teil. Bei dem traurigen japanischen Wiegenlied handelt es sich um ein Volkslied Japans. Itsuki ist der Name eines südjapanischen Bergdorfes. Von dort wurden schon kleine Kinder in die Städte geschickt, um mit Babysitting Geld zu verdienen. In dem Lied wird besungen, wie sie sich fühlten, wenn sie auf die gut gekleideten Babys der Reichen aufpassten, selbst nur in armen Lumpen gehüllt, weit weg von zu Hause, den ganzen Tag nur mit den Babys zusammen, keine Zeit für sich selbst zu haben, keine Kindheit zu erleben.
Um das Stück für das Publikum besonders begreifbar zu machen, wurden Röhrennudeln als Blasinstrumente verteilt und das deutlich vergrößerte Flöten-Ensemble führte zu einem ganz besonderen akustischen Klangerlebnis. „Double Wind" ist Jazz, und wurde vom Flötenspektakel aus einem Workshop des Komponisten über „Beatboxing mit Querflöte" mitgebracht.
Nach einer Pausenstärkung begann der zweite Teil ebenfalls klassisch mit einer Sonate von Gabrieli bevor es erneut ins Reich der Nymphen ging. Diesmal mit einer spanischen „Leyenda" (Legende) von Isaac Albéniz. Das Thema des eigentlich durch seine Gitarrenversion berühmten Stückes wird häufig in Filmen verwendet. In sehr schnellem Tempo vorgetragen mit pfeifenartigen Akzenten ließ es nicht nur die transzendenten Wesen erahnen. Die unterschwellige Flamenco-Rhythmik trug dazu bei, sich in malerische Landschaften Spaniens mit seinen lebensfrohen und flinken Tänzerinnen und Tänzern hineinzuversetzen.
Das Volkslied „En avant blonde" aus der Bretagne wurde mit Gesang und Harfe begleitet bevor es in die Märchenwelt E.T.A. Hoffmanns ging. Aus „Der Nussknacker-Suite" von Tschaikowski wurden „Ouverture miniature" und verschiedene Tänze und Märsche zur Freude des Heilsberger Publikums gespielt.
Mit einem makabren Friedhofstanz von Camille Saint-Saens endete der offizielle Teil des Konzertes.
Das Publikum jedoch gab sich erst zufrieden, nachdem zwei weitere Zugaben erfolgten. Der „Hummelflug" von Rimsky-Korsakow und die Titelmusik des Films Titanic mit „Schwebepose", wobei die Schwebende flötete, ohne selbst zu spielen.
Das nächste Konzert in der evangelischen Heilig-Geist-Kirche findet am Freitag, den 16. September 2011 um 19 Uhr statt: „Musikalische Kostbarkeiten für Orgel und Bassposaune".
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| Ev. Heilig-Geist-Gemeinde in Bad Vilbel-Heilsberg |
05.09.2011
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