Über 60 rollende Denkmäler gehen bei der 6. Schlösser- und Burgenfahrt on tour
Bad Homburg: Am 11. September rollen sie wieder, die rollenden Denkmäler, zum „Tag des offenen Denkmals". Über 60 Automobile der Baujahre 1928 bis 1973 starten an diesem europaweit begangenen Tag zur 6. Bad Homburger Schlösser- und Burgenfahrt. Dazu laden - wie seit 2001 alle zwei Jahre - die Kur- und Kongreß-GmbH und die Aktionsgemeinschaft Bad Homburg zusammen mit der Landesgruppe Hessen des Allgemeinen Schnauferl-Clubs (ASC) ein.
Nicht nur für die Teilnehmer ist die Orientierungsfahrt ein Vergnügen, sondern gleichermaßen für die Liebhaber von Oldtimern. Sie können das mobile Museum auf der Brunnenallee im Kurpark besichtigen: Morgens, wenn die Teilnehmer ab 9 Uhr im Minutentakt „on tour" geschickt werden, oder ab etwa 17 Uhr, wenn sie dort wieder eintreffen. Unterwegs gibt es ebenfalls interessante Punkte, um die Veteranen und Klassiker in Aktion zu sehen. Sie fahren durch die Kreise Hochtaunus, Main-Taunus und Limburg-Weilburg. In Idstein wird eine Mittagspause eingelegt.
„Romantik, Realismus, Revolution - das 19. Jahrhundert" heißt das Motto beim diesjährigen „Tag des offenen Denkmals". Entsprechend stehen für die Teilnehmer Denkmäler im Mittelpunkt der Rallye: Parkanlagen, Burgen und Schlösser, aber auch andere sehenswerte Orte, wie die Braun-Sammlung in Kronberg, der Alte Kurpark in Bad Soden oder das Mineralbrunnenmuseum in Niederselters. Der Start- und Zielort selbst, die Brunnenallee, wurde übrigens ebenfalls im 19. Jahrhundert angelegt und bedeutete den Beginn des Aufstiegs von Homburg zum weltbekannten Kurbad.
Zu den Sehenswürdigkeiten müssen die Fahrer und ihre Copiloten Aufgaben lösen. Das Bordbuch informiert, macht auf Besonderheiten aufmerksam und stellt dann die eine oder andere knifflige Frage, die es mit Hilfe von Besichtigungen, Suchen versteckter Inschriften oder ähnlichem zu beantworten gilt. Dem Gesamtsieger winkt am Ende der Wanderpokal des Bad Homburger „Comfort Hotel am Kurpark". Die jeweils drei Erstplatzierten in den beiden Startklassen sowie das beste Damen- und Herrenteam erhalten attraktive Modellautos, nämlich Oldtimer in Miniaturausgabe.
Außerdem wird ein Publikumspreis vergeben, über den die Zuschauer am Ziel auf der Brunnenallee entscheiden. Sie stimmen per Gewinnkarten ab, welches Auto ihnen am besten gefällt. Der Oldtimer mit den meisten Stimmen erhält die Trophäe. Unter den Besuchern, die auf den „richtigen" Wagen getippt haben, wird ein Frühstücksgutschein für zwei Personen im „Comfort Hotel Am Kurpark" in Bad Homburg verlost.
Bei der Besichtigung der Fahrzeuge unternehmen die Zuschauer eine Reise durch die Geschichte des Automobilbaus im 20. Jahrhundert. Wahre Denkmäler auf vier Rädern sind die Vorkriegswagen. Ein Austin Seven Chummy Open Tourer von 1928 ist das älteste Fahrzeug, gefolgt von zwei Mercedes-Benz, einem SS und einem SSK, die nur zwei bzw. drei Jahre jünger sind.
Aus den dreißiger Jahren stammen vier BMW der 3er-Serien in unterschiedlichsten Ausführungen. Prachtstücke sind auch ein Adler, ein Opel P4 und ein Opel Super 6, ein Jaguar S5 100, ein Lagonda, ein Audi 920 und ein Austin 8 Tourer. Seit 1936 befindet sich der Hanomag Kurier im Familienbesitz und der Wanderer W 25 K Sport Roadster ist von nur 104 gebauten der, der im originalsten Zustand erhalten blieb.
Die Nachkriegsfahrzeuge werden die Oldtimer-Fans ebenfalls in ihren Bann ziehen. Finden sich darunter doch ein Star Sapphire (1959) von Armstrong Siddeley, der seine Wagen nie nach Deutschland exportierte, ein handgefertigter Vorserien-Porsche 356 von 1952 und ein weit gehend im Originalzustand erhaltener 1956er Citroen BL 11 CV. Von dem Jensen C-V8 MKII (1964) gibt es in Deutschland nur noch etwa 15 Stück, das 503er BMW-Coupé (1958) war Klassensieger bei der Rallye Monte Carlo Historique 2011.
Dazu viele weitere Hingucker: Das große Rolls Royce Corniche Cabrio neben dem kleinen Austin-Frosch, der 300 PS starke Ford Thunderbird neben „Mamas Liebling", dem Fiat 500, der gerade einmal 18 PS unter der Haube hat. Viele Autos tragen den Stern oder die fauchende Katze auf der Motorhaube, aber auch andre Autoschmieden aus Deutschland, Großbritannien, Italien und Frankreich sind vertreten.
Wer sich die Tatra-Ausstellung im Bad Homburger Oldtimer-Museum Central-Garage angeschaut hat, kann nun am 11. September ein Modell von 1950 in voller Fahrbereitschaft auf der Straße erleben: einen Tatraplan 600 mit stromlinienförmiger Karosserie. Und der 1967 gebaute BMW 2000 wird demnächst seinen Besitzer wechseln - er ist der 5. Preis bei der diesjährigen Oldtimer-Verlosung der Lebenshilfe Gießen. Besondere Aufmerksamkeit wird sicherlich dem Feuerwehrwagen Daimler Benz DL 22 gelten. Dessen Besatzung holte sich schon zwei Mal den Gesamtsieg der Schlösser- und Burgenfahrt und will den Titel von 2009 natürlich verteidigen.
So gibt es noch viele Geschichten rund um die Fahrzeuge und auch um die Teams. Etwa die des Ehepaars Paproth, das mit seinem Adler seit über 20 Jahren durch Europa kurvt, die von Sebastian Fischer, der bei der Rallye auf dem Beifahrersitz neben seinem Vater den 14. Geburtstag feiert. Manfred Hahn, Kopf und Seele der Rallye Bad Homburg Historic, übernimmt im Armstrong Siddeley die verantwortungsvolle Rolle des Copiloten und auch der bekannte Kabarettist Urban Priol ist mit seiner „Göttin", einem Citroen DS 21 Pallas, dabei. Aber wer kennt die vielen Histörchen besser als Oldtimer-Experte Günther Krause? Er wird sie beim Start und nachmittags bei der Zielankunft alle erzählen.
Die Schlösser- und Burgenfahrt ist in folgenden Ortschaften bei Durchfahrtskontrollen gut zu beobachten:
Kronberg Westerbach-Center 9:30 Uhr
Bad Soden Ramada-Hotel („Tag der offenen Tür"!) 10:15 Uhr
Eppstein 11:00 Uhr
Idstein - Mittagspause 12:00 Uhr
Kirche Wörsdorf 13:40 Uhr
Dauborn Marktplatz (Brennerei Wagner) 14:15 Uhr
Niederselters 15:00 Uhr
Bad Camberg Kreuzkappelle 15:45 Uhr
26.08.2011
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