Institut für Stadtgeschichte präsentiert Kostbarkeiten aus Frankfurter Nachlässen
Frankfurt: Archivarin Silvia Stenger berichtet am Dienstag, 2. August, um 18 Uhr im Dormitorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9, aus der Schatzkammer des Nachlassarchivs. Von „A" wie Adlerflycht bis „Z" wie Zimmerius: Obwohl im Zweiten Weltkrieg viele Nachlässe verbrannten, unter anderen jener des Oberbürgermeisters Franz Adickes (1846 bis 1915), verwahrt das Institut für Stadtgeschichte durch rege Akquisition inzwischen wieder rund 400 Nachlässe von Frankfurter Familien und Einzelpersonen.
Die Nachlässe umfassen einen Zeitraum von etwa 1800 bis in die Gegenwart und erstrecken sich in den Magazinen auf 500 Regalkilometer. (Liebes-)Briefe, Tagebücher, Fotoalben und Erinnerungsstücke geben aus lebensnaher Perspektive einen lebendigen Einblick in den Alltag der Stadt und ihrer Bürger.
In den vergangenen Jahren ist es gelungen, bedeutende Zugänge für das Institut zu sichern. So erwarb es 2008 den Nachlass des berühmten Frankfurter Posaunisten Albert Mangelsdorff. Er bildet nun das Fundament für das Albert-Mangelsdorff-Archiv, das die Nachlässe von Frankfurter Jazzmusikern sowie Dokumente zur Frankfurter Jazzszene aufnehmen soll. Zu den Glanzstücken der Sammlung Mangelsdorff gehören die Notenautographen, aber auch seine Posaunen, deren reichlich mit Aufklebern versehene Koffer von den weltumspannenden Konzertourneen des Künstlers zeugen. Der Nachlass von Hermann Goepfert, Gestalter der Wasserspiele am Eschenheimer Tor, dokumentiert die heute fast vergessene Künstlergruppe „Zero".
In ihrem Vortrag, der im Rahmen der Vortragsreihe zum 575-jährigen Jubiläum des Instituts für Stadtgeschichte steht, wird Silvia Stenger das breite Spektrum der Nachlass-Sammlungen an fünf ausgewählten Beispielen, darunter Mangelsdorff und Goepfert, vorstellen. Durch Zufallsfunde in Korrespondenzen kann sie unerwartete Linien zwischen Pestalozzi und der Musterschule, aber auch zwischen „Altstadtvater" Fried Lübbecke und Paul Hindemith ziehen. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen unter www.stadtgeschichte-ffm.de.
27.07.2011
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