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Ausstellung mit Karikaturen von Louis Rauwolf

Bad Homburg: Mit spitzer Feder hielt Louis Rauwolf (1929-2003) Alltagsszenen und politische Ereignisse fest. Die Menschen zeichnete er mit klarem Strich und versah sie mit den für seine Figuren charakteristischen langen Nasen. Von 1952 bis 1994 arbeitete Rauwolf als Karikaturist in der ehemaligen DDR zunächst für den „Frischen Wind", dann für das Nachfolgeblatt, das Ostberliner Satiremagazin „Eulenspiegel". 10.000 Blätter hinterließ er, Plakate und Bühnenbilder für bekannte Kabaretts, dazu eigene Bücher und Illustrationen für 40 Bücher anderer Autoren.

Dem in Bad Homburgs Partnerstadt Marienbad geborenen Louis Rauwolf ist die nächste Sonderausstellung im Museum im Gotischen Haus gewidmet. Sie wird vom 19. Juni bis 28. August gezeigt und ist dienstags, donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr, mittwochs von 14 bis 19 Uhr sowie sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Nicht Zeichner, nicht Karikaturist wollte Louis Rauwolf werden, sondern Chirurg - „Herren- und Damenschneider", wie er sagte. Mangels Studienplatz erlernte er den Beruf des Rundfunkmechanikers. Als er 1949 von seinem Betrieb den Auftrag erhielt, ein Friedenstransparent zu schaffen, das „Unter den Linden" aufgehängt wurde, entdeckte man sein Zeichentalent. Rauwolf wurde auf die Kunsthochschule in Berlin-Weißensee geschickt. Nach der Wende war er auch für verschiedene Zeitschriften- und Buchverlage tätig.

Fünf Jahrzehnte lang warf Louis Rauwolf humorvoll-kritische Blicke auf die Mitmenschen. Da der „Eulenspiegel" nicht nur in der DDR populär war, wuchs sein Bekanntheitsgrad. Seine Arbeiten waren auch auf großen Ausstellungen in Paris, Moskau, Kairo, Warschau, Wien, Bratislava und Budapest, in Bulgarien, Holland, Kuba, Mexiko und Kanada zu sehen. Louis Rauwolf wurde mit verschiedenen in- und ausländischen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Kunstpreis der DDR und der Franz-Mehring-Ehrennadel des Journalistenverbandes.

Die Zeichnungen Rauwolfs befinden sich heute im „Satiricum" der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, aber auch im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig. Alle drei Institute unterstützen die Bad Homburger Ausstellung mit Leihgaben. Ebenso der Verlag „Eulenspiegel", der die wichtigsten Magazine mit Rauwolfs Karikaturen im Original zur Verfügung stellte.

Die Rauwolf-Schau ist der zweite Teil einer Serie von Ausstellungen mit Werken von Künstlern, die mit einer der Partnerstädte Bad Homburgs in Verbindung standen. Die Städtepartnerschaft mit Marienbad, wo Louis Rauwolf geboren wurde und in den ersten Jahren aufwuchs, bevor seine Eltern nach Berlin übersiedelten, besteht seit rund 20 Jahren. Sowohl Bad Homburg als auch Marienbad waren im 19. Jahrhundert internationale Kur- und Spielbadeorte, in denen Mitglieder der europäischen Königs- und Fürstenhäuser ebenso zu Gast waren wie  Dichter, Künstler, Philosophen oder Magnaten aus Wirtschaft und Politik.

Die Ausstellung „Geboren in Marienbad. Der Karikaturist Louis Rauwolf" wird am Sonntag, 19. Juni, um 11 Uhr eröffnet. Für Kinder findet zur gleichen Zeit ein „Kids Opening" statt: Begleitet vom kleinen „Schreibfederhund Louis", der sich in einem Heft den kleinen Besuchern vorstellt, geht es auf eine Reise durch die Ausstellung.  Anschließend kann jedes Kind selbst das Zeichnen mit Tusche und Feder probieren oder sich den kleinen „Louis" aufs Gesicht schminken lassen oder ihn mit einem Luftballon nachbasteln.

Jeden Sonntag um 15 Uhr und jeden Mittwoch um 18 Uhr bietet das Museum im Gotischen Haus Führungen durch die Ausstellung an (5,00 Euro).

 

Museum im Gotischen Haus
Tannenwaldweg 102 in Bad Homburg
19. Juni bis 28. August

Ausstellung „Geboren in Marienbad. Der Karikaturist Louis Rauwolf"
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag 14 bis 17 Uhr, Mittwoch 14 bis 19 Uhr, Sonntag 12 bis 18 Uhr. Führungen sonntags um 15 Uhr, mittwochs um 18 Uhr (5,00 Euro)



Link
Gotisches Haus Bad Homburg


15.06.2011

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