Idstein: England, du hast es besser. Nach Amy Whinehouse und Jamie Cullum macht sich der jungenhafte PADDY MILNER auf, mit poppigem Blues-Jazz alle Herzen im Sturm zu erobern. Der Pianist und freigeistige Songwriter ist ein farbig schillerndes Glanzlicht des Idstein JazzFestivals vom 17.-19. Juni 2011.
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Paddy Milner |
Wenn Paddy Milner seine Boogie-Woogie-Kaskaden abfeuert, kriegt man Angst ums Klavier. So ekstatisch hämmert der Wahl-Londoner aus Schottland auf die schwarz-weißen Tasten ein. Eindrucksvoll zu hören ist dieser kraftvoll-mitreißende Stil auf seinem fetzigen Neuarrangement von Dave Brubecks „Unsquare Dance", das sogar den Komponisten selbst beeindruckte: „Paddy Milner bläst mich weg! Ich würde keine einzige Note ändern."
Milners schon fast kuriose Virtuosität ist freilich nur ein Erkennungszeichen unter anderen. Als Sänger wirkt Milner sympathisch ungeschliffen, als Musiker ist er ein Freigeist, der sich ungeniert bei Blues, Funk, Easy-Jazz, rhapsodischer Klassik und Ska bedient, als Songschreiber kann er schamlos radiotauglich sein - all das zusammen macht den ganz speziellen, verspielten Paddy-Milner-Charme aus.
Der Jazzpianist kommt locker und ungezwungen rüber, und kann trotz jungenhafter Ausstrahlung auf eine fast schon zwanzigjährige Karriere zurückblicken. Als 13-jähriger trat er als Jerry-Lee-Lewis-Imitator auf, mit 19 debütierte er mit der CD „21st Century Boogie", die in England aufhorchen ließ. Danach studierte er am renommierten King's College in London.
2005 erweckte er das alt-ehrwürdige Label Bronze (Uriah Heep, Mötörhead) mit seiner zweiten Platte zu neuem Leben: Auf Empfehlung von Roxy Musics Phil Manzarena beschloss Labelgründer Gerry Bron, seinen Laden wieder zu eröffnen, mit Paddy Milner als erstem Künstler. Dessen Platte „Walking on Eggshells" toppte in Frankreich die „Jazz&Blues"-Charts.
Nun steht die Veröffentlichung seines vierten Albums „Old, New, Borrowed, Blue" kurz bevor. Auf dem präsentiert sich Paddy Milner zwar gereifter, aber ungebrochen eklektisch und modern. Poppige Eigenkompositionen folgen auf Coverversionen von Rihanna, Jay-Z, Nirvana, dazwischen gibt's Blues-Klassiker von Robert Johnson oder Muddy Waters. Natürlich stehen Tasteninstrumente und Milners Stimme im Mittelpunkt des Spektakels, authentisch-galoppierende Percussion rundet das Bild ab.
Live und mit Bandbegleitung ist diese unwiderstehliche Mischung ein Selbstgänger. Paddy Milner ist ein Musikverrückter, der keine Grenzen kennt. Und ein völlig neues Publikum für Jazz begeistern will, mit Abgeh-Jazz, Star-Frisur und Sinn für Selbstironie.
Paddy Milner. Samstag, 18. Juni 2011, 22:00 Uhr, innomatec-Bühne Schlossgasse
| Link |
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| Idstein Jazz Festival |
19.05.2011
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